“Etwas Neues zu erschaffen, ist eine ganz grundsätzlich menschliche Eigenschaft.”

“Etwas Neues zu erschaffen, ist eine ganz grundsätzlich menschliche Eigenschaft.”

Hier: René im Interview

René Egloff
im Interview

Hey René, was machst du beruflich?

Ich bin freier Produktentwickler mit einem Hintergrund in soziokultureller Anthropologie. Zuletzt habe ich erfolgreich ein Fingerschutzprodukt für den afrikanischen Markt entworfen.

Wann hast du gemerkt, dass du dich in Design Thinking weiter- bilden möchtest?

Das war ein ganz lang gehegter Wunsch. Ich stieß schon 2010 in meinem Doktoratsstudium auf Design Thinking. Als ich das Studium abgeschlossen hatte, war endlich auch Zeit, mich näher damit zu beschäftigen. In einem Eintageskurs gefiel mir die Methode sehr und ich hätte damals gerne sofort eine Ausbildung zum Design Thinking Coach gemacht. Damals, zu Beginn der Selbstständigkeit, waren Zeit und Geld aber ein bisschen das Problem. Jetzt hat es geklappt und ich bin sehr zufrieden und danke euch sehr für die Ausbildung. Die hat mich nochmal um Einiges weitergebracht.

Durch die Ausbildung bei DesignThinkingCoach habe ich in einigen Bereichen dazugelernt: das iterative Denken, die Offenheit, einfach mal drauf los zu machen, Denken mit den Händen und bisherige Gedanken und Konzepte loslassen zu können. Erst mal einen Prototypen zu entwickeln und Feedback einzuholen – da habe ich schon richtig Fortschritte gemacht. Da wird demnächst auch noch einiges von mir kommen: Ich plane gerade neue Projekte und Produkte in ganz anderen Sparten.

Inwiefern hat dir das Design Thinking Mindset als Produktdesigner geholfen?

Beispielsweise habe ich ein neues Fingerschutzprodukt für den afrikanischen Markt entworfen und von Konsumenten wie Distributoren vor Ort Feedback eingeholt. Ich wusste, dass es gerade auch mit den Distributoren schwer wird, weil diese eine hohe Risikoaversion haben. Es ist ein neues Produkt, niemand kennt es und es sind keinerlei Marktperformancedaten aus anderen Märkten zur Referenz verfügbar. 

Tatsächlich mussten ich und meine Leute uns neu strukturieren. Wir sind da sehr iterativ vorgegangen. Bei der Forschung und dem Testen, wie das Produkt auf den Markt kommen könnte, hat das Design Thinking Mindset sehr geholfen. Wir sind auf ganz neue Wege der Produktplatzierung gekommen. 

Im Weiteren habe ich selber als Test das Produkt auf der Straße verkauft und sofort Käufer für den angebotenen Preis gefunden. Der Kontext ist natürlich ein bisschen ein anderer, weil ich ein weißer Mann bin. Durch meine langjährige Afrika-Erfahrung weiß ich zum Glück, wie vorzugehen ist. Unter anderem wartete ich, bis ich in realen Verkaufssituationen das Geld auf die Hand bekam. Natürlich testeten auch meine einheimischen Freunde vor Ort. 

Zuvor hatten wir selbstverständlich auch schon User-Tests gemacht. Eigene User-Tests durchzuführen, ist immer eine tolle Erfahrung. Es kommen stets Überraschungen auf. Diesmal vor allem positive Überraschungen, weil wir durch die iterative Arbeit, wie ihr sie in der Ausbildung lehrt, zu einem Produkt gelangten, das letztendlich sogar die Erwartungen der Leute übertraf. Das in vielen Aspekten positive Feedback war ein schönes Erlebnis. Zugleich lernte ich aber auch, das Produkt noch weiter zu verbessern. Gerade bei der Verpackung, eigentlich für sich genommen ein zweites Produkt, zeigte sich nochmals Verbesserungspotenzial.

Hat dich die Ausbildung auch persönlich verändert?  

Ja, denn das Iterative kann ich auch auf mein Leben anwenden. Genau das habe ich immer mehr während der Ausbildung in mich aufgenommen. Von dem agilen Mindset bin ich viel mehr geprägt als vorher. Wenn man das mal selbst in verschiedenen Workshops macht, verinnerlicht sich das viel mehr, als wenn man es nur liest. Ich habe natürlich schon einiges über Design Thinking gelesen, aber das ist nicht dasselbe, wie es selber zu tun. Da half die Ausbildung sehr, weil es verschiedene Module gab, die aufeinander aufgebaut haben. Dadurch konnte ich das Wissen und das Mindset richtig verinnerlichen. 

Hattest du ein Lieblingsmodul?

Ja, das Practitioner Project. Diese fünf Tage mit einem realen Auftraggeber waren schon sehr toll. Das ist unter den deutschsprachigen Anbietern etwas, das, soweit ich weiß, einzigartig ist. Von daher kann ich nur jedem empfehlen, die Ausbildung bei euch zu machen. 

Warum hast du dich ursprünglich für DesignThinkingCoach als Anbieter entschieden?

Das Ausbildungskonzept hat mich gleich von Anfang an überzeugt. Ich habe die Module gesehen und auch gewusst, welche Leute dahinter stecken. Durch die Webste wusste ich, dass sie alle eine sehr gute Ausbildung in Design Thinking haben. Das hat das Vertrauen in mir gestärkt, dass das eine gute Ausbildung ist. Es ist kein Schnellworkshop von ein, zwei Tagen. Auch die Inhalte zeigen, dass die Ausbildung wirklich in die Tiefe geht. Da hatte ich eigentlich schon gleich volles Vertrauen, dass das eine gute Ausbildung wird, und habe sie gleich komplett gebucht. 

Ein Ziel von mir war auch, diese Fortbildung relativ schnell zu absolvieren und auf diesem höheren Niveau anzukommen. Das hatte ich mir erhofft und das habe ich jetzt auch schon nach gut fünf Monaten geschafft. 

Gab es bei dir besondere Aha-Momente während der Ausbildung? 

Ich bin schon ein Typ, der sich gerne Gedanken macht und sich alles innerlich zurechtlegt. Mein größter Aha-Moment war schon im ersten Modul, wo ich mit meiner Teampartnerin sehr schnell, ohne viel zu denken und zu diskutieren, einen Prototypen entwickelt habe. Das Ergebnis war super, der Prototyp hatte eine hohe Nützlichkeit, und wir hatten viel Spaß dabei. Das war der Punkt, an dem ich angefangen habe, das Design Thinking Mindset in mich aufzunehmen. 

Mittlerweile haben wir beide die Ausbildung abgeschlossen und wir werden uns bald mal in der Schweiz treffen. Vielleicht ergeben sich daraus weitere Projekte.

Ich habe auch Kontakt mit anderen Parteien aufgenommen – zum Beispiel würde ich gerne Design Thinking an Universitäten unterrichten. Gerade auch an den philosophisch-historischen Fakultäten. Die Geisteswissenschaftler könnten enorm davon profitieren, weil sie lernen würden, wie ihr Wissen auch praxisrelevant werden kann. Das wird ein interdisziplinäres Projekt mit vielen anderen Akademikern aus anderen Bereichen. Da wird sich Theorie und Praxis sehr schön befruchten. Die Interdisziplinarität und der soziale Impact kommen im deutschsprachigen Raum noch viel zu kurz. Eigentlich sollten alle Studenten mal einen Einblick ins Design Thinking bekommen. Wer am Anfang des Studiums mit Innovationsmethoden in Kontakt gekommen ist, wird während des Studiums viel eher die Innovationsmöglichkeiten erkennen und verfolgen, da dann eben das Wissen vorhanden ist, wie man ganz kostengünstig und schnell beginnen kann.

Durch die Coaching Calls habe ich noch weiteren Input bekommen, wurde mit Methoden eingedeckt und angeregt. Dadurch hat sich bei mir in der persönlichen Arbeitsweise etwas verändert. Durch das Timeboxing bin ich um einiges effizienter geworden. Meine To-Do-Listen mache ich mit Post-its. Auf meinem Whiteboard habe ich drei Spalten: to do, doing, done, und dadurch immer einen wunderbaren Überblick. Das ist eine sinnvolle Arbeitsweise, die ich konkret von euch vermittelt bekommen habe. Dadurch bin ich nochmals organisierter in meiner Arbeit. 

Ein weiterer Aha-Moment ist die verstärkte Einsicht, dass Failure gar kein Failure ist, sondern eben auch ein Erfolg, der einem hilft, die nächste Hürde zum Erfolg zu nehmen. Dass jedes Versagen eine große Chance für Erfolg ist, dieses Mindset habe ich jetzt viel stärker in mir. Dadurch bin ich offener und flexibler geworden. Gerade bezüglich Afrika ist das eine absolut notwendige Eigenschaft. 

Wem würdest du die Ausbildung weiterempfehlen?

Im Grunde genommen jedem. Etwas Neues zu erschaffen und ins Leben zu bringen – was man im Design Thinking tut – ist eine ganz grundsätzliche menschliche Eigenschaft. Das habe ich auch schon selbst in meinen Workshops gesehen, wenn viele Leute ganz erstaunt waren und realisiert haben, wie unser alltägliches Leben und unsere Kultur auf dieser Eigenschaft letztlich basiert. Praktisch alle materiellen Artefakte, die um uns herum existieren, sind einmal designt worden, sind durch eine Art Design-Thinking-Prozess gegangen und so erschaffen worden. Das trifft auch auf die immateriellen Aspekte menschlicher Kulturen zu. Auch die Worte und Laute menschlicher Sprache durchlaufen beispielsweise eine gewisse Art von Design Prozess mit iterativen Feedbackschleifen. 

Was das Berufsleben betrifft, hilft Design Thinking natürlich auch jedem, insbesondere Business Developers, Innovationsmanagern, aber auch CEOs, die sich immer wieder Gedanken machen müssen, wie sie ihre Firma neu erfinden können. 

Es hat natürlich auch positive Auswirkungen auf die Unternehmenskultur, wenn Design Thinking hineinkommt. Es ist ja ein Coworking, eine Zusammenarbeit, die heutzutage besonders junge Leute anspricht. Dadurch wird das Unternehmen viel attraktiver, es ist daher zugleich ein Employer Branding. Ich kann es nur empfehlen.

Sonst kann ich es auch allen empfehlen, die selbstständig werden wollen. Für Start-ups ist es geeignet, und ich denke, in der Gründerszene ist das Mindset sowieso stark vertreten. 

Sogar für Künstler kann ich mir Design Thinking vorstellen oder bei Leuten, die sich mit künstlerischen Hobbys betätigen. Dadurch kommt ein ganz neuer Aspekt in die Kunst hinein. Kunst könnte teils auf neue Arten auch nutzerzentriert sein, was sie sonst eigentlich nie sein will, letztlich aber – je nach Perspektive – doch immer auch ist. 

Any Last Words?

Die Ausbildung hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe mich selber nochmal besser kennengelernt. Jedes Training ist eine Selbsterfahrung darüber, wie du im Team und alleine arbeitest. Du kannst dir immer wieder eine Scheibe von den anderen abschneiden.