Neue Arbeit: Mit DT die Krise meistern und fit für die new work culture werden – TEIL I

Wir stellen vor:

Neue Arbeit: Mit Design Thinking die Krise meistern und fit für die new work culture werden 

Das Corona Virus hat deutlich gemacht, dass wir uns neu strukturieren müssen und alte Arbeitsweisen oft nicht mehr funktionieren. Wir müssen stattdessen lernen, die Krise zu meistern und fit für die New Work Culture werden. In diesem Artikel erfährst du, vor welchen neuen Herausforderungen wir überhaupt stehen und wie du die Krise zu deiner Chance machen kannst.


Status Quo – Das Krisenmeer

Seit nun genau einem Jahr grübeln wir, wie wohl die Zukunft aussehen mag und wann der Spuk der Pandemie ein Ende hat. Das Deutsche Zukunftsinstitut hat in der Zeit genauer geforscht und Prognosen für die Post-Pandemie aufgestellt. Herausgekommen sind verschiedene Szenarien, die nicht besonders überraschend teils von pessimistischen und teils von optimistischen Weltbildern geprägt sind. Was daneben aber deutlich wurde: Die Zukunft wird auf jeden Fall anders aussehen. Die aktuelle Krise hat Veränderungen und den Innovationsbedarf beschleunigt – und das um ein Vielfaches.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Entwicklung von Remote Work. Vor einigen Jahren noch boomte der Bau von neuen Büroflächen. Nichts ahnend, dass nur wenige Jahre später der Heimschreibtisch zum neuen Arbeitsplatz vieler wird. Damit entstehen neue Herausforderungen sowohl für Arbeitgeber*innen- als auch Arbeitnehmer*innen. Einerseits ist der persönliche Austausch vor Ort für die Unternehmenskultur besonders wichtig, andererseits wünschen sich Arbeitnehmer*innen mehr Freiheiten und eine Wahl, von wo sie arbeiten möchten. Ein Hybrides Arbeitsmodell mit einer ausgewogenen Mischung von Büro und Home Office stehen also schonmal auf der Aufgabenliste der neuen Arbeitswelt.

Auch uns als Design Thinking Coach Academy hat die Krise wie aus dem nichts getroffen. Teamintern haben wir dabei schnell die Metapher eines Krisenmeeres für uns gefunden, um zu beschreiben, wo wir in der Gesellschaft stehen:

 

Sitzen wir nicht alle gerade mit unterschiedlichen Booten in einem Meer der Krisen?  

Manch eine*r sitzt dabei alleine in einem kleinen, wendigen Segelboot. Ein*e andere*r bedient ein großes, starres Frachtschiff mit gesamter Crew an Board. Und in der Ferne des Krisenmeeres, in dem wir uns befinden, sind auch einige schmale Flöße zu erkennen, die die schwierigsten Bedingungen haben, um voran zu kommen.  

Ja, die Pandemie brachte uns allen vor einem Jahr ziemlich starke Turbulenzen, doch mit der Zeit und dem Blick auf den Impfstoff wird die Sicht nun etwas klarer. Jetzt heißt es zu lernen, sich in diesem Krisenmeer wieder zu navigieren und Fähigkeiten anzueignen, um mit den Winden und Wellen umzugehen.

 Doch dass das für viele auf den ersten Blick nicht so einfach ist, ist keine Überraschung, denn das Virus hat eine Welt voller Herausforderungen geschaffen, die noch schneller, noch turbulenter und noch unsicherer ist. Eine VUCA Welt 2.0.

Die neuen Herausforderungen der VUCA Welt 2.0

Die sogenannte VUCA Welt ist eines unter den vielen Akronymen, das häufig in Zusammenhang mit der rasanten Entwicklung der Digitalisierung fällt. Es soll die vermeintlichen Merkmale der modernen Welt und so auch des aktuellen Krisenmeeres beschreiben. Doch was genau bedeutet es und wie kannst du damit umgehen? Um nicht zu verwirren, bleiben wir in der Übersicht bei den originalen Bedeutungen auf Englisch:

V = volatility
U = uncertainty
C = complexity
A = ambiguity

Das englische Wort volatility kann etwa mit dem deutschen Wort Flüchtigkeit übersetzt werden. Wir alle haben erlebt, dass Gegenwärtiges in der heutigen Welt rapide umschlagen und zu großen Änderungen führen kann. Zwar haben wir auch vor der Pandemie in einer Welt gelebt, die sich ständig wandelte und zunehmend instabiler wurde, doch mit dem Ausbruch der Pandemie erfolgte das noch schneller und noch drastischer.

Das U von uncertainty beschreibt die schwierige Vorhersehbarkeit der Zukunft, die stark mit der Volatilität zusammenhängt. Durch plötzliche Unvorhersehbarkeiten verlieren Prognosen für die Zukunft zunehmend an Aussagekraft. Dadurch ist sie nur schwer zu planen.

Kommen wir nun zum C von complexity. Kaum ein Design Thinking Sprint kommt ohne die Verwendung des Wortes „komplex“ aus, denn es ist der Kern und der Grund, warum diese Methodik entwickelt wurde. Es gibt nicht den einen richtigen Weg und das macht den Umgang mit komplexen Problemen so herausfordernd und für viele auch überfordernd.

Ambiguity – ein Begriff, den man gut mit Mehrdeutigkeit beschreiben kann. Denn wie erwähnt, gibt es nicht den einen richtigen Weg oder nur eine Sichtweise auf ein Problem. Wer im one-fits-all-Ansatz denkt, kommt in der modernen Welt schnell an seine Grenzen. Selten ist etwas eindeutig. Ein gutes Problemverständnis, das Einräumen und Eingestehen von Fehlern sowie eine große Portion Mut, sind wichtige Merkmale, die beim Umgang helfen.

Das Krisenmeer und die VUCA Welt (oder wie wir finden der VUCA Welt 2.0) machen also deutlich, dass die richtigen Strukturen und Denkmuster für die Herausforderungen dieser noch schnelleren Welt entscheidend sind, wenn wir Fortschritt erzielen und nicht auf der Stelle stehen bleiben möchten. Agilität, Mut und eine gesunde Fehlerkultur sind unverzichtbar. Die Forschungen des Deutschen Zukunftsinstitutes haben aber eine spannende Erkenntnis, die für die neue Arbeitswelt noch entscheidender ist: Wir brauchen ein Future Mindset.

Das Future Mindset – wie das Krisenmeer zum Chancenmeer wird

Wir wissen noch nicht, wie sich Berufsbilder verändern werden oder welche sich mit der neuen Komplexität vielleicht auch gar nicht mehr halten können, doch haben die Veränderungen auch großartiges geschaffen. Recht junge Berufe wie Remote Work Beratung verzeichneten plötzlich rasante Umsätze und der kleine, lokale Einzelhandel entdeckte mit dem Verkauf über das Internet ebenfalls neue Möglichkeiten. Andere entschieden sich, ihr Leben auf links zu krempeln und als Quereinsteiger*innen einen ganz neuen Beruf auszuüben.

Aber auch im Innovationsbereich gibt es fantastische Entwicklungen, die aus der Krise heraus entstanden sind. Die Firma Dyson, die ebenfalls mit Design Thinking arbeitet, entwickelte in nur wenigen Tagen (!) Beatmungsgeräte für Covid Patienten, die mit Batteriebetrieb an der Seite der Krankenhausbetten befestigt werden können. Für Gehörlose wurden spezielle Masken mit Sichtfenstern entwickelt, da diese auf die Mundbewegungen beim Sprechen angewiesen sind. Und verschiedenste Apps und Webseiten wurden in kürzester Zeit programmiert, um die Menschen im Chaos der vielen Informationen zu navigieren und zu helfen, ihre Kontakte besser nachzuverfolgen. 

Um das all das zu schaffen, braucht es das Future Mindset. Ein open mind, das sich den Herausforderungen stellt, um in dem Krisenmeer ein Chancemeer zu sehen. Denn wenn nichts mehr sicher ist, dann ist doch alles möglich oder? 

Wenn wir nicht bereit sind, uns zu verändern und die Veränderungen auch willkommen zu heißen, können wir uns auf lange Sicht nicht über Wasser halten. Mit diesem Mindset-Shift sollten wir uns mit Blick auf die Zukunft also folgende Fragen stellen:

  • Wie haben sich also die Bedürfnisse der Kunden verändert? Was braucht es jetzt?
  • Wie kannst du die Pandemie als Chance nutzen, um dich neu zu erfinden? Vielleicht ist es keine Krise, sondern ein turbulentes Meer voller Chancen?
  • Welche neuen Prozesse und Strukturen sind jetzt zukunftsweisend?
Wie du mit Design Thinking ins Chancen-Meer stichst

Lies einmal folgendes Zitat des Neurowissenschaftlers Beau Lotto und überlege dir kurz für 1-2 Minuten, was du darüber denkst und wie du dich damit fühlst:

»Nothing interesting begins with knowing. It begins with a question – not an answer.«

Wenn du das liest und denkst: “Genau so habe ich auch schon immer gedacht!” Dann ist das ist großartig! Falls nicht: Keine Sorge. Die Perspektive wechseln und aus Herausforderungen Chancen zu sehen braucht Übung und eine gute Herangehensweise. Deshalb möchten wir dir erklären, wie du das mit Design Thinking schaffen kannst. 

Wie der Name bereits vermittelt, ist zunächst auch hier das richtige Mindset entscheidend. Es braucht ein Problem, eine Herausforderung – irgendetwas, das unser Gehirn anschmeißt, damit Fortschritte und Erfolge überhaupt erzielt werden können. Ist es nicht fast langweilig, die Lösung vorab schon zu kennen? Warum und Wie sind im Wortschatz von Design Thinkern regelrecht als Lieblingswörter gespeichert. Wer sich immer wieder in die Lernzone wagt und hin und wieder auch darüber hinaus geht, der stellt fest, dass es Spaß macht und einen antreibt. Oft kann das erst einmal unbequem sein. Denn auf der einen Seite kann die Masse an Möglichkeiten herausfordernd wirken, auf der anderen Seite macht das Bewegen innerhalb der Lernzone Veränderungen aber auch erst sichtbar und möglich.

Aber was ist Design Thinking nun genau? Eine Methode? Ein Prozess oder ein Mindset? Die Antwort lautet sowohl als auch. Es ist ein Prozess, in dem menschzentrierte Methoden angewandt werden. Doch wird nur der erfolgreich sein, der auch das dahinterstehende Future Mindset in sein Denken integriert hat, denn unsere Gedanken werden zu Handlungen. 

Neue Arbeit: Mit DT die Krise meistern und fit für die new work culture werden

Konkret gesagt kannst du mit folgenden drei Schritten mit deinem Schiff ins Chancenmeer stechen:

  1. Du hast ein komplexes Problem erkannt
  2. Du stellst ein multidisziplinäres Team zusammen, das wichtige Schlüsselqualifikationen in sich verbindet
  3. Mit einem Design Thinking Coach an der Seite beginnt das Team den sechstufigen Design Thinking Prozess zu durchlaufen. Dabei sind zwei Aspekte der Schlüssel zum Erfolg: die Prozesskompetenz* und das Future Mindset.

* Wie der Prozess im Detail zu durchlaufen ist erfährst du hier.

Und jetzt nochmal auf den Punkt: warum funktioniert Design Thinking?

  • Weil es der Zweck von Design Thinking ist, komplexe Probleme aus sämtlichen Branchen zu lösen.
  • Weil komplexe Probleme mehrere Sichtweisen benötigen, um gelöst zu werden.
  • Weil es auf der Idee eines Learning Mindsets basiert (iterativer Prozess enthält stets die Option aus Fehlern zu lernen).

Fazit: Der Grundstein für neue Arbeit ist ein Future Mindset

Die Arbeitswelt befindet sich seit Jahren im Umbruch, doch die Corona Pandemie hat Bedürfnisse und Herausforderungen schneller gebracht, als viele ahnen konnten. Um mit diesen Herausforderungen der Krise umzugehen braucht es neue Herangehensweisen. 

In diesem Artikel hast du gelernt, welche zukunftsweisenden Fragen du dir jetzt stellen solltest und wie dir Design Thinking als Prozess, Mindset und Methode dabei helfen kann. Vor allem ein Future Mindset ist entscheidend, denn Methodenkenntnis, Strukturen und Prozesse alleine werden nur wenig zielführend sein. Wer nicht mit Blick auf die Zukunft hinterfragt und versteht, warum und wie die Dinge gemacht werden, die gemacht werden, wird nur schwer mit Innovationen und Veränderungen gegenwärtiges vorantreiben können. Sich intensiv dem Problemraum zu widmen, Fehler zu machen, sich stets weiterzuentwickeln und die Stärken von kollaborativem Arbeiten zu nutzen, gehören zu dem, was wir unter neue Arbeit verstehen.

Wenn du für dich die zukunftsweisenden Fragen aus diesem Artikel beantwortet hast und du mit Design Thinking loslegen möchtest, dann ist es an der Zeit, deine erkannten Probleme richtig einzuordnen. Denn wie kannst du überhaupt erkennen, ob dein Problem komplex ist? Vielleicht ist es ja einfach oder gar chaotisch? Genau darum soll es ausführlicher im nächsten Artikel gehen.

Erfahre:

  • Wie das Cynefin-Framework dir hilft, Probleme einzuordnen
  • Wie du die richtige Herangehensweise an deine Probleme wählst
  • Wie du prüfen kannst, ob du mit deiner Idee oder Innovation auf dem richtigen Weg bist, dein komplexes Problem zu lösen

Autorin: Lena Hooghiemstra

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