Mindfulness für die Gesundheit

Achtsam für die Gesundheit:

Wie du deine Reaktionsmuster änderst und so etwas für deine Gesundheit tust

Gesundheit – ein Thema, das uns allen sehr am Herzen liegt. Aber wusstest du auch, dass Mindfulness positiv zu deiner Gesundheit beitragen kann? Mindfulness kann tatsächlich nicht nur Stress reduzieren, sondern auch wiederkehrenden Depressionen begegnen. Und zwar mit der Mindfulness Based Cognitive Therapy. Was das ist und wie das funktioniert? Wir waren neugierig und haben die Expertin in Sachen Mindfulness in Verbindung mit Gesundheit zu diesem Thema befragt.


Katrin Micklitz ist selbstständige Beraterin und Coach. Sie ist ausgebildet in Mindfulness Based Cognitive Therapy und promoviert derzeit an der Universität Oxford zu Achtsamkeit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Darüber hinaus gibt sie Achtsamkeitskurse und verhilft damit Organisationen und Privatpersonen zu mehr Gesundheit und Zufriedenheit. Doch bevor wir genauer darauf eingehen, was dahinter steckt und was das in der Praxis bedeutet, starten wir doch ganz am Anfang, mit der Frage wie Katrin überhaupt zu dieser Arbeit kam:

Wir brauchen einen neuen Ansatz

Ob tägliche Meditation, ständiger Austausch mit verschiedenen Achtsamkeitstrainern weltweit oder jährliches Schweigeretreat – Achtsamkeit ist auch privat ein fester Bestandteil von Katrins Leben. Deshalb wollten wir von ihr wissen: Was hat dich dazu gebracht, dich überhaupt mit Achtsamkeit zu beschäftigen?

Katrin: „Ich war lange Zeit Beraterin für interkulturelle Kommunikation und habe internationale Teams begleitet. Dort habe ich gemerkt, dass wir einen anderen Ansatz brauchen. Denn wenn man international und virtuell arbeitet, gibt es sehr viel Unsicherheit und Ambiguität. Ich habe gemerkt, dass wir als Menschen immer versuchen Eindeutigkeit zu bekommen und die Dinge festmachen wollen. Was wir aber eigentlich brauchen, ist vielmehr die Fähigkeit auch mit Uneindeutigkeit und Unsicherheit umzugehen und trotzdem handlungsfähig zu bleiben. So bin ich auf Achtsamkeit gekommen.“

Was wir brauchen ist die Fähigkeit mit Uneindeutigkeit und Unsicherheit umzugehen und dabei handlungsfähig zu bleiben.

Aber welchen Zusammenhang gibt es zum Thema Gesundheit? An dieser Stelle kommt die Mindfulness Based Cognitive Therapy (MBCT) ins Spiel.

Agieren statt reagieren

Ein ganz wichtiger Grundsatz, den uns Achtsamkeit hilft zu verinnerlichen ist „Respond rather than react“. Denn genau das ist es, worum es bei MBCT geht. Bezogen auf die Innen-, und Außenwelt lernt man dabei, seine Reaktionen viel bewusster wahrzunehmen und zu steuern. Forschungen zeigen, dass durch 8-wöchige Achtsamkeitskurse (wie unter anderem MBCT) Stress und Angst im Unternehmen nachweislich gesenkt werden können. Doch was genau steckt hinter MBCT? Katrin erklärt es uns in einem Satz: „Raus aus der Reaktivität“ lautet die Basis. Wie ist das gemeint?

Was bedeutet raus aus der Reaktivität?

Katrin: „Aus unserer Reaktivität herauszukommen bedeutet, dass wir unsere Denk-, und Verhaltensmuster erst einmal genau kennen lernen. Nicht nur kognitiv, sondern wir spüren in unserem Körper, welche bestimmten Muster unser Denken und Verhalten auslöst. Dadurch, dass wir diese Muster dann bewusst und achtsam wahrnehmen, erkennen wir, welche davon stressfördernd und welche hilfreich sind. Davon ausgehend können wir uns dann dafür entscheiden, welche der Muster uns besser tun. Das ist der Ansatz von MBCT.“

Was genau ist MBCT?

Katrin: „MBCT wurde ursprünglich für Menschen mit wiederkehrenden Depressionen entwickelt und kann dabei sehr unterstützend und präventiv wirken. Aber auch gegen Stress kann es sehr nützlich sein. Denn es geht genau darum, dass wir eben diese bestimmten Muster erst einmal besser kennen lernen. Durch Achtsamkeit wird unser Körper dabei ganz stark mit eingebracht.

 

 

Es wird zum einen das Hören auf den Körper, aber auch das Beobachten von Körper und Geist trainiert. Da geht es zum Beispiel darum, Grübelschleifen zu erkennen oder immer wiederkehrende selbstkritische Gedanken. Das Entscheidende aber ist, eine gewisse innere Haltung, die trainiert wird. Beispielsweise Freundlichkeit und Mitgefühl sich selbst gegenüber.“

Wie kann ich Achtsamkeit erlernen?

Katrin: „Dafür sind aus meiner Perspektive und für die Art von Achtsamkeit, die ich in die Welt bringen möchte zwei Dinge von zentraler Bedeutung: Zum einen gehört für mich Meditation immer dazu und zum anderen ist Achtsamkeit immer auch ein längerer Prozess. Deswegen gehen meine Veranstaltungen auch immer über mehrere Wochen.

 

 

Wie sieht das Ganze dann in deiner Berufspraxis aus?

Katrin: „Für Privatpersonen biete ich einen 8 wöchigen Kurs an, in dem wir uns jede Woche für zwei Stunden treffen. Die Teilnehmenden sind in diesem Prozess dazu eingeladen gemeinsam zu meditieren und sich auszutauschen. Dort lernt man erstmal die eigenen Muster, die Reaktivität auf Gedanken und Emotionen (Ängste, Sorgen, Ärger) kennen.

Zusätzlich biete ich Aufbaukurse an, in denen dies dann noch einmal vertieft wird. In diesen Aufbaukursen werden auch eine soziale Komponente und das Umfeld mit eingebracht. Fragen, die sich dort stellen sind: Wie kann ich meinem Umfeld mehr Empathie und Wertschätzung entgegenbringen? Wie kann ich mein Verhalten immer wieder an meinen Werten ausrichten?

Wie kann ich meinem Umfeld mehr Empathie entgegenbringen und mein Verhalten an meinen Werten ausrichten?

„Bei meinem Angebot für Unternehmen sind diese Dinge dann zugespitzt auf bestimmte Führungsthemen. Die Fragen, um die es dabei geht lauten:
Was heißt es nicht reaktiv zu führen? Was bedeutet es mit Mitgefühl zu führen? Wie stelle ich psychologische Sicherheit im Team her? Wie kann ich achtsame Entscheidungen treffen? Auch das ist wieder als ein Prozess angelegt, in dem die Teilnehmenden meditieren, Präsenztage haben, kleine Aufgaben bekommen und an Webinaren teilnehmen.

Wir freuen uns Katrin Micklitz als Partnerin des Reinventing Mindfulness Kongress an Bord zu haben. Also sei auch du dabei, wenn sich an diesem Tag alles um Mindfulness dreht und verpasse nicht die spannenden Themen und Reden der Expert*innen vor Ort.

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