„Nach dem 3. Modul hatte ich schon einen neuen Job.“

„Nach dem 3. Modul hatte ich schon einen neuen Job.“

Hier: Kristin im Interview

Kristin Bauermeister
im Interview

Was machst du beruflich?

Ich arbeite aktuell als Creative Engineer bei einem großen Entsorgungsunternehmen. Das allerdings noch nicht so lange. Vorher war ich in der Unternehmensberatung tätig. Doch mein neuer Job passt viel besser zu mir.

Wann bist du das erste Mal mit Design Thinking in Berührung gekommen?  

Ich habe im Zweitstudium Innovationsmanagement studiert. Dort gab es einige Schnittpunkte mit Design Thinking. Schon damals wollte ich mich auf jeden Fall in diese Richtung weiterbilden, aber das konnte mir im Studium nicht angerechnet werden. Parallel zu meinem Job in der Unternehmensberatung habe ich dann mit der Design Thinking Coach Ausbildung angefangen. Ich habe gemerkt, dass die Unternehmensberatung dauerhaft nicht meins ist, weil man dort eher politisch entscheidet und die Bedürfnisse des Nutzers nicht an oberster Stelle stehen. Ich wollte innovativer, nutzerzentrierter und kreativer arbeiten – das wäre dort nicht möglich gewesen.  

Warum hast du dich für die Ausbildung bei DesignThinkingCoach entschieden?

Ich habe mir verschiedene Angebote im Internet angeguckt, aber es hat nicht lange gedauert bis ich mich für die Ausbildung bei euch entschieden habe. Die Ausbildungz hat am Besten zu mir gepasst, weil ich sie flexibel handhaben konnte. Zeitlich habe ich mit meiner Arbeit und als alleinerziehende Mutter viel unter einen Hut zu bekommen. Bei der Ausbildung am HPI hätte ich zum Beispiel nicht normal weiterarbeiten können. Bei DesignThinkingCoach hat mich einfach total angesprochen, dass ich die Module zeitlich flexibel besuchen kann, dass die Gruppen klein sind, die Webseite war total ansprechend und vom Bauchgefühl her hat’s einfach gestimmt. Ich höre nicht immer auf mein Bauchgefühl, aber da hat sich das total ausgezahlt.

Wie hat dich die Ausbildung fachlich weitergebracht?

Obwohl ich vorher nicht so viel Erfahrung mit Coachings und Workshops hatte, fühle ich mich jetzt trotzdem so vorbereitet, dass ich ohne Angst Trainings geben kann. Ich bin sonst nicht so der Rampensau-Typ, der vor vielen Menschen sprechen will. Aber genau das finde ich am Design Thinking Prozess gut: Im Vordergrund stehen die Teilnehmer*innen und die Inhalte. Der Coach gibt nur den Schwung. Das ist für mich super. In der Ausbildung habe ich gemerkt: Ich bin am besten, wenn ich mich nicht verstelle, sondern ich selbst bin. Es gibt zwar den vorgegebenen Prozess, aber wie man diesen gestaltet und auslebt, ist Typsache.

Ich habe mich auf jedes Modul immer wieder aufs Neue gefreut. Mich hat inspiriert, wie einfühlsam sich die Coaches vor Ort auf fachlicher und persönlicher Ebene um uns gekümmert haben. Ich hatte den Eindruck, dass die Coaches gut einschätzen können, wo noch Verbesserungspotential ist und welche Tipps hilfreich sein könnten. 

Wie hat dich die Ausbildung persönlich weitergebracht?

Ich will nicht sagen, dass es ein Unterschied wie Tag und Nacht ist, aber allein, dass ich mich für die Ausbildung entschieden habe, hat mich persönlich sehr weitergebracht. Ich habe endlich etwas gefunden, was zu mir passt. Ich habe schon ein paar Stationen in meinem Arbeitsleben durch und ein Tick von etwas hat mir immer gefehlt. Design Thinking vereint viel von dem, wie ich es mir idealerweise vorstelle. 

Da ich anderen gegenüber eher zurückhaltend bin, war es für mich ein tolle Erfahrung zu merken, dass der Punkt kommt, an dem ein Team mich als Coach ernst nimmt. Dieses Vertrauen war für mich ein großes Aha-Erlebnis. 

Bei den Reflektionen habe ich immer wieder gelernt, dass ich einfach auf mein Bauchgefühl hören sollte. Ich bin ein total verkopfter Mensch und denke sehr viel, aber das Bauchgefühl lag immer richtig. Das nehme ich auch für mich privat mit. 

Für mich als Coachin ist Design Thinking ein schöner, strukturierter Prozess, dem jeder leicht folgen kann. Ein Rahmen, in den sich jeder einordnen kann, jeder seine Rolle finden kann. Gleichzeitig habe ich als Coachin die Möglichkeit die Inhalte nicht vorwegzunehmen, sondern nur ein bisschen zu stupsen. Wenn ich sehe, dass noch etwas fehlt oder es stockt, schmeiße ich noch etwas rein oder schieße was nach. Ein schöner Lenkprozess, in dem niemand bevormundet wird. Es gibt kreative Elemente und Momente, wo ich als Coach echt mitdenken muss. Dazu kommt das Menschliche – ich lerne neue Leute oder alte von einer neuen Seite kennen. 

Als Coachin bekomme ich außerdem viel von Unternehmen und Trends mit, was meine Neugierde befriedigt. Ich bin häufig auf der Suche nach neuen Inspirationen und durch das Netzwerk werde ich aufmerksam auf Dinge, mit denen ich mich noch gar nicht beschäftigt habe, wie zum Beispiel das Thema Neue Arbeit oder das moderne Office. Durch die multidisziplinäre Teamzusammensetzung kommt es zusätzlich zu diesem Wissenstransfer.

Gab es einen Moment in der Ausbildung, der dir immer in Erinnerung bleiben wird?

Es gibt zwei Momente. Der erste ist der Elevator Pitch im Coach Lab. Einen Elevator Pitch machen zu müssen, war das Schlimmste, was ich mir hätte vorstellen können. Ich bin in der Übung davon ausgegangen, dass mein Gegenüber mich noch nicht kannte, aber die Teilnehmenden nach mir sind davon ausgegangen, dass sie ihr Gegenüber schon mal getroffen hatten. Mein Aha-Erlebnis war, dass ich mich häufig in Situationen bringe, in denen ich vom Schlimmsten ausgehe, obwohl das gar nicht sein muss. Wenn ich mir heute bewusst werde, dass ich mir mal wieder das Leben schwer mache, muss ich an den Elevator Pitch denken und weiß dann – es geht auch anders.

Der zweite Moment war im Method Lab. Ich war in einer Gruppe mit drei Männern. In der Session standen die drei zusammen vor einer Pinnwand und haben die ganze Zeit geredet. Immer wenn ich etwas gesagt habe, haben sie mich nur komisch von der Seite angeschaut. Sie haben mich nicht richtig ernst genommen. Dann haben die drei weiter gequatscht und mir ging es nicht schnell genug. Also habe ich mir die zweite Pinnwand geschnappt und angefangen etwas aufzuzeichnen. Dann habe ich irgendwann realisiert, dass sich alle um mich herum geschart hatten und dachten: “Ah, ja so haben wir das ja noch gar nicht betrachtet, ah ja, das ist ja voll gut!”. Ab dem Punkt war das Eis in der Gruppe gebrochen und ich war nicht mehr abseits, sondern mittendrin.

Hast du schon konkrete Erfolge mit Design Thinking zu verzeichnen?

Wir haben schon einen super Workshop durchgeführt bei dem tolle Ergebnisse herauskamen. Das ist auch so ein Ding, was ich an Design Thinking mag: Es kommen am Ende immer tolle Ergebnisse heraus. 

Zuhause wende ich Design Thinking auch für mich persönlich an. Wenn ich mich an irgendetwas “festdenke”, hole ich die Post-its raus und lege los. Ist dann natürlich kein richtiger Sprint, weil ich nur alleine bin, aber es hilft trotzdem. 

Dann habe ich nur Tage nach meiner Kündigung jemanden kennengelernt, die mir eine Stelle als Design Thinking Coach angeboten hat. Jetzt mache ich einen coolen Job, den ich wirklich mag und für den ich qualifiziert bin. Mit vielen Menschen in einem Raum zu sein, die Ideen laufen zu lassen, Geistesblitze rauszukitzeln und Impulse zu setzen – das fühlt sich nicht wie Arbeit an.

Was hat dir die Design Thinking Coach Ausbildung ermöglicht?

Ich bin ein extremes Beispiel, weil sich alles bei mir verändert hat. Ich habe gekündigt und den neuen Job gefunden. Jetzt verdiene ich viel besser und arbeite Vollzeit, wobei ich weniger Stunden im Büro verbringe als vorher bei Teilzeit. Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Heute bin ich um 16:00 Uhr aus dem Büro gegangen und war nicht die erste. Im Gegenteil sogar: Es waren nur noch 3 Leute aus dem ganzen Flur da. Das ist ganz, ganz anders als vorher. Jetzt weiß ich: Wenn man mit etwas unzufrieden ist, muss man es tatsächlich ändern. 

Nach meiner Kündigung hatte ich das Gefühl, dass meine Ideen mehr gesprudelt sind als vorher. Es hat vieles mehr Sinn gemacht und ich habe mich nicht ausbremsen lassen. Zum Beispiel habe ich selbst eine Idee als Patent angemeldet, was ich schon immer machen wollte. Vor der Kündigung kam ich schon schlecht gelaunt nach Hause und konnte mich nicht mehr zu irgendwas aufraffen. Nach der Kündigung sind diese Dinge einfach so passiert. Es kam wie von selbst ohne große Anstrengung. Eine totale Lebendigkeit. Auch mein Auftreten war ganz anders. Alle haben gefragt, was los ist, weil ich so strahlen würde. Tja, ich habe gekündigt, mich von einer Last befreit. Das war super!

Wem würdest du die Ausbildung weiterempfehlen?

Ich glaube, gewisse Voraussetzungen muss man schon mitbringen. Ich will nicht sagen, dass nicht jeder Design Thinking lernen kann, aber wenn man ein empathischer Typ ist, geht das sicher einfacher. Außerdem muss man es mögen, kreativ zu sein, weil nur dann kommt alles in einen Flow und man kann so das Coach Sein am besten genießen.

Ob Design Thinking für jeden das Allheilmittel ist, kann ich nicht sagen. Für mich war es auf jeden Fall total der richtige Weg.